Die Veranstaltung wurde von einer Moderatorin bzw. einem Moderator geleitet, unterstützt von einem Sidekick und begleitet von einer Sozialgerontologin — einer Fachperson für Alterungsprozesse, hier auch spezialisiert auf Programme gegen Einsamkeit. So war die Sitzung aufgebaut:
Eine interaktive Sitzung zur Prävention von Einsamkeit
Konfrontieren
Bevor das Publikum tief in das Thema eintauchte, wurde zuerst gefragt, wie Einsamkeit mit der eigenen Erfahrung resoniert. Die Organisation glaubte, dass diese Konfrontation das Engagement erhöhen würde. Die Teilnehmenden diskutierten zu zweit:
«Ich kenne eine oder mehrere Personen in der Stadt, die einsam sind», gefolgt von: «Im vergangenen Monat habe ich mich selbst einsam gefühlt»
Trotz der sensiblen Fragen ging die Organisation davon aus, dass die Anwesenden selbst entscheiden würden, was sie teilen. Die Abstimmung war anonym: 60 % gaben an, einsame Menschen zu kennen, und 11 % [!] fühlten sich selbst im letzten Monat einsam.
Informieren
Mit einem Publikum, das nun durch die Ergebnisse angestoßen war und kurz gesprochen hatte, folgte der Kontext. Sozialgerontologin Willie Oldengarm sprach über Präventionsprogramme im Land und die Do’s und Don’ts.
Während ihrer lebendigen 30-minütigen Präsentation wurde sie gelegentlich von einem Sidekick unterbrochen. Dieser sammelte alle Fragen, die Teilnehmende über Sendsteps einreichen konnten. Der Sidekick stellte Klärungsfragen und teilte interessante Kommentare, auf die die Sprecherin einging oder die Moderatorin bzw. der Moderator weitere Interaktion suchte — Engage und Validate in Aktion.
Pause
Nach einer Stunde gab es eine kurze Pause, um Informationen zu verdauen, weiterzusprechen und dann zum letzten Teil zurückzukehren.
Interaktion
Auf Basis geteilter Erfahrungen, gewonnenen Wissens und neuer Kontakte war der Moment richtig, die Situation in der Stadt selbst zu besprechen. Das geschah anhand von Aussagen, über die erneut abgestimmt werden konnte, zum Beispiel:
- Regelmäßige Besuche bei einsamen Menschen lösen Einsamkeit, oder
- Ich frage einsame Menschen, was sie sich selbst wünschen würden, oder
- Mir fehlt ein kollektiver Ansatz zur Prävention von Einsamkeit in der Stadt
Bei jeder Aussage stimmten die Anwesenden ab, sprachen kurz in Kleingruppen und es folgte eine Plenumsdiskussion. Die Expertin und der Sidekick mischten sich gelegentlich mit wertvollen Bemerkungen ein.
Best Practices und Lösungen
Zum Schluss reichten die Teilnehmenden Best Practices ein: «Was hat bei Ihnen gegen Einsamkeit gut funktioniert?» Auf dem Bildschirm erschienen Lösungen: Kaffeemorgen, Sprachkurse, Buddy-Projekte usw. Die Moderation lud ein, live zu erläutern — mit reichem Wissensaustausch. Manche kannten die Initiativen der anderen nicht und beschlossen vor Ort, Kräfte zu bündeln.
Am Ende füllten alle Anwesenden über Sendsteps einen kurzen Fragebogen aus. Sie konnten angeben, ob sie Denkgruppen bilden und sich für Freiwilligenprojekte melden wollten. Mit hoher Rücklaufquote:
- Eine neue Gruppe von Freiwilligen konnte aufgebaut werden
- Neue Verbindungen zwischen professionellen Organisationen entstanden
- Ein kohärenterer Ansatz zur Prävention von Einsamkeit konnte entworfen werden
So zeigte die Sitzung, wie Create → Engage → Validate → Improve auch außerhalb des Klassenzimmers wirkt: Sendsteps — the Learning Loop Platform for education — gab jeder Person eine Stimme, nicht nur denen, die am lautesten sprechen.