1. Zugehörigkeit: das Gefühl einer Mitarbeitendenperson, Teil eines Teams zu sein
  2. Stimme und Anerkennung: die Möglichkeit, sich zu äußern und an Entscheidungen mitzuwirken
  3. Bedeutung und Position: das Ausmaß, in dem sich jemand wertgeschätzt fühlt
  4. Gleichbehandlung: das Verständnis, dass alle gleich behandelt werden
  5. Lernen und Experimentieren: die Erfahrung, experimentieren, Fehler machen und lernen zu dürfen
  6. Wahl und Autonomie: die Befähigung, individuelle Entscheidungen für die Organisation zu treffen
  7. Sicherheit und Gewissheit: das Gefühl, sicher zu sein dank Vertrauen im Team
  8. Purpose: das Verständnis, wie ein Individuum zum Ganzen beiträgt

Vertrauen schaffen | Wie organisieren Sie Business-Meetings?

Bei Sendsteps begegnet uns Vertrauen oft, weil Teams unsere Learning Loop Platform in Settings nutzen, in denen Vertrauen so wichtig ist: bei allerlei Meetings. Denken Sie an Teambuilding, strategische Boardroom-Sessions oder Aktionärsversammlungen. Kundinnen und Kunden fragen uns oft, wie sie:

  1. … einen offenen Dialog fördern
  2. … anonymes Feedback adressieren
  3. … Datensicherheit sicherstellen können
Infografik über Vertrauen in Business-Meetings

Bevor Sie diese Fragen beantworten, hilft es, die unterschiedlichen Rollen und Merkmale Ihrer Teammitglieder besser zu verstehen. Welchen Einfluss haben sie auf Vertrauen im Team? Es gibt viele Blickwinkel. Bei Sendsteps glauben wir, dass einige Perspektiven einen interessanten Blick auf Vertrauen in Ihrem Team geben. Wir beleuchten drei Aspekte:

  • Karen Stephensons Theorie zu Vertrauen in Büronetzwerken. Ihre Theorie hilft zu verstehen, wie Vertrauen Informationsflüsse in einer Organisation steuert.
  • Ein zweiter Aspekt sind introvertierte und extravertierte Teammitglieder und wie beide das Erleben von Vertrauen unterschiedlich beeinflussen.
  • Und schließlich die Bühne für Vertrauen: der eigentliche Arbeitsplatz. Wir besprechen den sogenannten „Open Workspace“.

Vertrauen schaffen | Die Rollen, die Teammitglieder spielen

Karen Stephenson ist eine US-amerikanische Professorin und Corporate Anthropologistin, die zur „Anatomie von Netzwerken“ forscht. Stephenson fokussiert besonders darauf, wie Informationen in einem Netzwerk fließen. Zum Beispiel half sie dem US-Verteidigungsministerium, Schwachstellen und Schlüsselverbindungen im Al-Qaida-Netzwerk zu identifizieren. Ihre Forschung deckt aber alle Arten von Netzwerken ab: von Familie über Social bis Büro. Damit trägt sie zu einem stärkeren Community-Gefühl bei und hilft sogar, Vertrauen zu monetarisieren. In ihrer Theorie definiert Stephenson drei Rollen, die in jedem Team vorhanden sind und bestimmen, wie Informationen fließen [oder nicht — bei mangelndem Vertrauen!]. Behalten Sie Ihre eigene Organisation im Blick, wenn Sie über diese Rollen nachdenken:

  • Hubs: Die Hubs sind die Social Butterflies Ihres Teams. Sie kennen viele Menschen, sind von Natur aus gesprächig und bringen Menschen zusammen. Erzählen Sie etwas einem Hub — und bald weiß es jeder.
  • Gatekeepers: Gatekeeper spielen eine wichtige Rolle beim Weitergeben von Informationen auf die nächste Ebene — oder beim Blockieren. Sie können Macht nutzen oder missbrauchen.
  • Pulse Takers: Pulse Takers finden sich am Rand des Netzwerks. Sie stehen vielleicht nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, haben aber ausreichend Überblick und genug Beziehungen, um das Gesamtbild zu erfassen.
Infografik über die Rollen der Teammitglieder

Karen Stephenson behauptet, dass innovative Unternehmen ein großes Maß an Vertrauen haben. Es gibt viele Verbindungen zwischen den einzelnen Teammitgliedern.

3 Tipps für den klugen Einsatz unterschiedlicher Teamrollen:

Was tun Sie mit diesen Informationen für Ihre Büro-Meetings?

  • Definieren Sie die Rollen in Ihrem Team: Nehmen Sie sich einen Moment und denken Sie an Ihre Kolleginnen und Kollegen: Wer ist ein typischer Hub? Könnte John ein Pulse Taker sein? Klar: Diese Rollen sind informell und nicht zwingend an Hierarchieebenen gebunden [z. B. kann eine Rezeptionskraft mehr Gatekeeper sein als ein CFO]. Wenn Sie diese Rollen im Team erkunden, überrascht es kaum, dass die meiste Redezeit bei Hubs liegt. Denken Sie jetzt an alle Pulse Takers unter Ihren Meeting-Teilnehmenden; beziehen Sie sie aktiv ein, indem Sie Fragen stellen oder Ideen pitchen lassen.
  • Widmen Sie eine Teamsession den Rollen: Warum nicht gemeinsam mit dem Team diese Rollen definieren? Das kann spannend sein, weil das Wissen um diese drei Rollen ein strategisches Werkzeug sein kann, um Kommunikation im Team zu steuern und zu stärken. Mit klarem Team-Bewusstsein für die Rollen finden Sie vielleicht eine neue Dynamik in Meetings und Gruppeninteraktion. Sprechen Gatekeeper leichter? Können Hubs bis 10 zählen, bevor sie antworten? Machen Sie daraus eine kleine Challenge und schauen Sie, was passiert. Experimentieren ist der erste Schritt zur Innovation!
  • Überdenken Sie interne und externe Kommunikationsaktivitäten; Change-Kommunikation wird traditionell von den Kommunikationsprofis im Team [Hubs] ausgeführt. Aber manchmal gibt es andere Kolleginnen und Kollegen im Büronetzwerk mit einer stärkeren, strategischen Position [z. B. Pulse Takers]. Fällt Ihnen jemand anderes für den nächsten Kommunikationsauftrag ein?

Vertrauen schaffen | Introvertierte und extravertierte Mitarbeitende

Der nächste Vertrauensaspekt, den wir beleuchten möchten, ist der Unterschied zwischen extravertierten und introvertierten Teammitgliedern. Extravertierte finden sich oft in der Rolle des „Hub“, Introvertierte sind typische „Pulse Takers“. Zoomen wir auf unsere introvertierten Mitarbeitenden — eine von zwei oder drei Kolleginnen und Kollegen! Introversion wird leicht mit Schüchternheit verwechselt. Doch Vorsicht: „Introversion is more about how you respond to stimulation, including social stimulation“, sagt Susan Cain [amerikanische Autorin, Speakerin und frühere Wall-Street-Anwältin]. Introvertierte hören ruhig zu und reflektieren. Sie brauchen Zeit zum Antworten. Sie mögen Substanz statt Smalltalk. Sie werden oft in Meetings übersehen — oder sogar breiter, wenn eine neue Managementposition besetzt werden soll. Dabei leisten Introvertierte brillante Arbeit, sind nachdenkliche Führungskräfte und sprechen in Meetings nur, wenn Dinge durchdacht sind. Auch hier ist Vertrauen essenziell in der Kommunikation zwischen beiden Gruppen. Extravertierte, die der Arbeit Introvertierter vertrauen — und umgekehrt.

4 Tipps, um Extravertierte und Introvertierte in Meetings einzubeziehen:

Halten Sie beim Organisieren eines Meetings beide Typen im Blick und schaffen Sie ein Setting, in dem beide Vertrauen erleben:

  1. Hetzen Sie nicht: Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Meeting, bleiben Sie aber beim Punkt. Verteilen Sie ein längeres Meeting lieber auf zwei Termine, statt Agenda-Punkte schnell abzuhaken.
  2. Führen Sie Denk-Pausen ein: Lassen Sie Teilnehmende kurz nachdenken, damit alle Informationen verarbeiten können, bevor sie antworten;
  3. Begrenzen Sie Gruppenarbeit: „Stop the madness for constant group work“ [wie Susan Cain sagt] — Qualität kann auch aus Solo-Zeit und -Aktivitäten kommen. Es braucht nicht immer „Need to discuss in pairs“!
  4. Ermöglichen Sie Follow-up: Organisieren Sie ein klares Follow-up: Was wird besprochen, weiter untersucht und verarbeitet? Introvertierte schätzen besonders, dass ihr Input ernst genommen wird.
Infografik über introvertierte und extravertierte Mitarbeitende

Vertrauen schaffen | Offene oder geschlossene Arbeitsräume?

Wussten Sie, dass 70 % aller US-Büros Open Workspaces nutzen? Seit Mitte der 2000er wurde das Konzept von vielen Silicon-Valley-Unternehmen eingeführt. Es gibt viele Vorteile — der wichtigste: stärkere Zusammenarbeit. Gleichzeitig gibt es kritische Anmerkungen. 2005 führten Jungsoo Kim und Richard de Dear von der University of Sydney umfangreiche Forschung zu Unterschieden in Mitarbeitendenerfahrungen zwischen Open Workspaces und Privatbüros durch. Sie verglichen 303 Büros. Lärm, Störungen und fehlende akustische Privatsphäre waren die häufigsten negativen Erfahrungen in Open Workspaces. Gleichzeitig wurde leichte Interaktion am meisten geschätzt. Interessanterweise wurde dieser Aspekt von Privatbüro-Nutzenden nicht anders erlebt.

Kurz und laut den Forschenden: Open Workspaces sind nicht zwingend die Motoren der Zusammenarbeit. Für extravertierte Hubs funktioniert es vielleicht besser als für introvertierte Pulse Takers. Vergessen Sie auch nicht: Die Währung der Freundschaft ist das Teilen von Vertrauen. Interessanterweise ist das in einem Open Workspace schwieriger. Es scheint also kein One-size-fits-all zu geben — es kommt darauf an, was für Ihr Team am besten funktioniert.

4 Tipps für den Umgang mit dem Team in unterschiedlichen Büroflächen

Wenn Sie Interaktion im Team fördern wollen, scheint ein Open Workspace der logische Schritt. Doch mit allen besprochenen Rollen [Introvertierte, Extravertierte, Hubs, Gatekeeper und Pulse Takers] brauchen Sie kluges Nachdenken über den Grundriss, damit sich alle wohlfühlen und das Vertrauen haben zu teilen oder still zu arbeiten:

  1. Verteilen Sie Plätze für unterschiedliche Rollen: Setzen Sie Hubs in die Mitte, dann Gatekeeper, und lassen Sie die relativ ruhigeren Bereiche den Pulse Takers.
  2. Schaffen Sie ruhige Räume: Ein Ort zum Fokussieren, vielleicht sogar zum Aufladen — bereit für mehr und bessere Interaktion! Solitude ist ein entscheidender Faktor für Produktivität.
  3. Gehen Sie raus! Studien zeigen, dass Geschäftsreisen Kreativität, sozialen Zusammenhalt und Interaktion im Team stärken.
Infografik über offene oder geschlossene Arbeitsräume

Fazit | Meetings mit Vertrauen

Wenn es Vertrauen am Arbeitsplatz gibt, gibt es Vertrauen zu verbinden. Raum für positive Teambeziehungen, aus denen innovative Ideen entstehen. Behalten Sie die DNA Ihres Teams im Blick und in welchem Setting sie sich am meisten vertraut fühlen. Fördern Sie eine Kultur, in der Fragen willkommen sind — und halten Sie es persönlich. Konkret:

  • Diskutieren Sie Statements [stimme zu / stimme nicht zu], in denen das Wort „ich“ vorkommt. Z. B. „Ich glaube, unser Team-Kommunikationsstil ist wirksam“. Geben Sie introvertierten Teammitgliedern eine Denk-Pause, lassen Sie Gatekeeper zu Wort kommen.
  • Ermöglichen Sie anonymes Feedback, um zum Kern zu kommen. Manchmal ist egal, wer was sagt — entscheidend ist, dass ein Thema angesprochen wird. Fragen Sie nicht „Wer hat das gesagt?“, sondern „Wer möchte dazu ausführen?“. Vielleicht starten Sie so ein Gespräch bei einem Team-Ausflug — in entspannter Atmosphäre.
  • In sehr strategischen Meetings hilft es zu wissen, dass anonym auch anonym ist. Sendsteps-Technologie ist ISO-konform und wird von Fortune-500-Unternehmen wegen der Datensicherheitseinstellungen genutzt.

Kurz gesagt: Kultivieren Sie eine Atmosphäre, in der Fragen der Mitarbeitenden aus dem Wunsch zu wachsen und zu lernen kommen. Als Arbeitgeber können Sie mit klarem Einblick in vertrauensbildende Faktoren und der Absicht, als Team zu wachsen und zu innovieren, ein starkes Setting schaffen. Meetings, die Vertrauen ausdrücken!